Also haben wir heim­lich das Schul­ge­lände ver­lassen

running away
run­ning away [Bild: Samantha Chesler-Leiman | CC BY 2.0]

Bei mir und meiner Freundin lief das mit dem Essen damals etwas anders.

Bevor wir in die Ober­stufe kamen wurde uns (mit dem Ver­weis aufs Gesetz) ver­boten, in den Pausen das Schul­ge­lände zu ver­lassen. An Tagen an denen wir auch nach­mit­tags Unter­richt hatten gab es die Mög­lich­keit, in der Mit­tags­pause in der Mensa zu essen. Die Mensa hatte aber nur ein Vege­ta­ri­sches Angebot, bei dem aller­dings auch Inhalts­stoffe wie Gela­tine durchaus mal „dazwi­schen rut­schen” konnten. Nachdem wir mehr­fach erwischt wurden beim Ver­lassen des Schul­ge­ländes haben wir uns dann an die Schul­lei­tung gewendet. Die wollte von unserem Pro­blem aber nichts wissen, und so wurden wir von Lehrer zu Lehrer geschickt. Der erste Lehrer der uns dann tat­säch­lich zuhörte konnte uns aber auch nicht wei­ter­helfen. Er erkun­digte sich bei dem Caterer und bekam nur die Ant­wort, dass es sich für zwei Vega­ne­rinnen nicht lohnen würde, Essen umzu­be­stellen. Das Schul­ge­lände durften wir trotzdem nicht ver­lassen und die Mög­lich­keit Essen von zuhause mit­zu­nehmen war für uns beide schwierig. Nach vier Monaten in denen wir uns bei jedem Schul­an­ge­stellten beschwert hatten, wurde uns mit­ge­teilt, dass wir auf Antrag die Schule ver­lassen dürften um zuhause zu essen. Diese Rege­lung griff dann aber doch nicht für uns, da wir beide in anderen Städten wohnten und so gar nicht hätten nach hause fahren können. Also haben wir die rest­li­chen Jahre in der Unter­stufe regel­mäßig zwei mal die Woche heim­lich das Schul­ge­lände ver­lassen müssen.

Obwohl wir aus NRW kommen - Vegane Ernäh­rung scheint sich in vielen Regionen als schwierig zu gestalten, wenn es um Schulen geht.

Ich hoffe sehr, dass sich das in den nächsten Jahren noch ändern wird.


Ein Kinder-Beitrag von: Inga

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