Dürfen wir unsere Kinder vegan erziehen?

(Ein Gast­bei­trag von Brai­nyleak)

Darf man seine Kinder zu Vega­nern erziehen?

Die ZDF-Moderatorin Jasmin Hek­mati lebt vegan und ernährt ihre Kinder auch nach diesen Werten. Durch diesen Artikel pro­vo­ziert sie das kar­ni­vore Gewissen vieler Men­schen. Per­sonen, die sich vorher nie mit Ernäh­rung aus­ein­an­der­ge­setzt haben sehen sich plötz­lich in der Pflicht, Auf­klä­rungs­ar­beit zu leisten. Die Eltern der Gene­ra­tion „Mas­sen­pro­duk­tion“ lassen vor Schreck die Cola fallen, ihnen bleibt das Dis­coun­ter­hähn­chen im Hals ste­cken und sie fragen ent­rüstet: „Was tut die Frau ihren armen Kin­dern an?“.

Nun, was tut Frau Hek­mati ihren Kin­dern eigent­lich an? Sie tut genau das Rich­tige!

Monster Mouth
Monster Mouth [Bild: Bun­ches and Bits {Karina} | CC BY 2.0]

Das Auf­zwingen der Ernäh­rungs­weise

In der Gesell­schaft ist es normal, die Kinder zu einer kar­ni­voren Lebens­weise zu erziehen. Die freie Ent­schei­dung wird so ver­standen, dass der mün­dige Mensch später das Fehl­ver­halten der Eltern wieder rück­gängig machen kann. Richtig ist jedoch, dass damit den Kin­dern eine soziale „Nor­ma­lität“ auf­ge­zwungen wird, die sie später nur unter Mühe wieder ver­lassen können. An den heu­tigen Dis­kus­sionen zeigt sich, dass die pro­kla­mierte „freie Wahl“ der Kinder in erwach­senen Jahren nicht statt­finden soll. Veganer befinden sich unter stän­digem Beschuss.

Gedanken über die Zukunft

Die Eltern über­nehmen mit der Ernäh­rung ihrer Kinder nicht nur die Ver­ant­wor­tung für diese son­dern dar­über hinaus auch Ver­ant­wor­tung für die Umwelt, die Men­schen und die Tiere. Mit einer veganen Ernäh­rung stellen sie sich dieser Ver­ant­wor­tung und han­deln im Sinne der Gemein­schaft.

Ver­ant­wor­tung über­nehmen

Aus vielen Ecken wird gefor­dert, dass die Politik etwas gegen Mas­sen­tier­hal­tung unter­nehmen soll, dass die Ver­brau­cher mehr „bio“ kaufen sollten, dass die Land­wirte die Hal­tungs­be­din­gungen ver­bes­sern müssen, usw. Letzt­end­lich steht jedoch der ein­zelne Kon­su­ment vor den Regalen und ent­scheidet mit seinem Geld, welche Zukunft er gestalten wird. Er kann sich poli­tisch betä­tigen, auch wenn das nur bedeutet, dass er zumin­dest zur Wahl geht. Die Ver­ant­wor­tung für die Tiere, die Umwelt und die eigenen Kinder kann nie­mand auf andere Men­schen abschieben.

Gesund­heit des Kindes

Es ist kaum zu glauben, dass auf Grund dieses Arti­kels, viele Men­schen plötz­lich doch an der Gesund­heit ihrer Kinder inter­es­siert sind. Hätten sie sich bereits früher mit dem Thema befasst, würden sie Frau Hek­mati zu dieser Ent­schei­dung gra­tu­lieren. Es ist jetzt schon erwiesen, dass ihre Kinder ein gerin­geres Risiko für Adi­po­sitas (Newby et al 2005), nied­ri­geres Risiko von Hyper­tonie (App­leby et al 2002, Fraser et al 2009), gerin­geres Risiko für Dia­betes (Ber­nard et al 2006), gerin­geres Risiko koro­narer Erkran­kungen (Key et al 1999), gerin­geres Throm­bo­se­ri­siko (Duo Li et al 2011), usw. haben werden. Ergo: Sie werden länger leben.

Gesell­schafts­kritik

Traurig an dieser Dis­kus­sion ist die Tat­sache, dass Men­schen wie Frau Hek­mati, Tier­rechts­ak­ti­visten und Veganer kri­ti­siert werden, obwohl sie genau die oben ange­führten Situa­tionen ändern möchten. Vega­nismus bedeutet weniger Tier­leid, gesunde Ernäh­rung, Schutz der Umwelt, Bekämp­fung des Welt­hun­gers und Kli­ma­schutz. Was stört denn nun so viele Men­schen daran? Es sind Ver­lust­ängste, das Gewissen und der Umstand, dass sie Angst davor haben, dass sie bereits jetzt fal­sche Werte wei­ter­ge­geben haben (Schuld). Nur einem geringen Teil werfe ich hohl­köp­fige Igno­ranz vor (leider sind es gerade diese Per­sonen, die laut­stark in Foren über Veganer her­ziehen).

Fazit

Es bleibt eine Aus­sage bestehen, die nicht zu wider­legen ist: Vegan hilft allen und schadet nie­mandem! Auch wenn es bedeutet, dass wir Vit­amin B12 zu uns nehmen müssen, dann ist das nichts gegen den momen­tanen Medi­ka­men­ten­be­darf, her­vor­ge­rufen durch ernäh­rungs­be­dingte Zivi­li­sa­ti­ons­krank­heiten.

Zum Abschluss noch einige man­gel­er­nährte Veganer, an denen man sich gerne ori­en­tieren kann, wenn man Vor­bil­dern nach­ei­fern möchte:
Geezer Butler (Black Sab­bath)
https://de.wikipedia.org/wiki/Geezer_Butler
Johnny Depp (Pirat)
https://de.wikipedia.org/wiki/Johnny_Depp
Patrick Babo­u­mian (Strongman)
https://de.wikipedia.org/wiki/Patrik_Baboumian
Woody Har­relson (Zom­bie­killer)
https://de.wikipedia.org/wiki/Woody_Harrelson
Austin Aries (The Cham­pion)
https://en.wikipedia.org/wiki/Austin_Aries
Peter Din­klage (Tyrion Len­nister)
https://en.wikipedia.org/wiki/Peter_Dinklage

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(Vielen Dank an Brai­nyleak für die Erlaubnis, den Text hier zu posten!)

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